"Fragile" Pressetext Der Bund

Im Mikrokosmos des Körpers In der Dampfzentrale zeigt Susanne Daeppen einen ”sthetisch-sinnlichen Bilderreigen Die Bieler PerformerinSusanne Daeppen ortet imweiblichen Körper verborgeneKräfte. Mit Bewegung, Licht, Musik und Farben setzt sie diese im neusten Stück ´fragileª von Dakini Dance Projects in eine symbolbeladene Ausdruckssprache um. Zwei zerbrechliche Gestänge aus Neonröhren ziehen feine Linien in den schwarzen Bühnenraum. Ein leuchtendes Viereck und ein Kreis gliedern die Bühne in drei hintereinander liegende Ebenen. Die Formen symbolisieren Erde und Himmel in den traditionellen Mandalas. Sie werden in magischen Lichtstrahlen aufgenommen, die den Raum abwechselnd in kaltes und warmes Licht tauchen. In einem Viereck vor den gläsernen Rahmen sitzt eine weiss gekleidete Frau. Unsichtbares wird sichtbar Sie bewegt sich fast unmerklich. Nur ein leichtes Neigen des Kopfes ist auszumachen. Ihre Hand auf dem Schoss dreht sich langsam nach aussen und ein Quentchen Energie kann durch den Arm aus dem angespannten Rumpf entfliehen. Susanne Daeppens Körper-Sprache ist geprägt vom japanischen Butoh. In dieser Tanzform hat sie ihr persönliches Ausdrucksmittel gefunden. Sie versucht mit ihm, die unsichtbaren Dinge, die sich in ihrem Körper abspielen, künstlerisch umzusetzen. Ein Prozess, der Zeit braucht. Zwei Jahre arbeitete sie an ihrer jüngsten Performance ´fragileª, einer Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper. Zusammen mit dem Neonglasbläser Christian Bärtschi, den Musikern Philipp Läng und Don Li, <www.tonus-music.ch> der Lichtdesignerin Brigitte Dubach und der Textildesignerin lsabel Rosa Müggler hat sie ”sthetisch-sinnliche Bildergeschaffen. Alles ist Bedeutung In ihrem Mittelpunkt steht stetsdie Performerin. Dominant, kompromisslos und konsequent. Schaurige Kräfte toben in ihrem Rumpf. Sie drängen nach aussenund scheinen aus allen Poren des weiblichen Körpers zu quellen. Beschwörend manifestieren sie sich in langsamen Bewegungen, Posen, Gesten und Lauten. Das Zeitlupentempo wird nur für kurze Momente von explosionsartigen Energieschüben durchbrochen. Über ein Body-Mikrofon vermischen sich ihr Atem und ihreStimme mit den Klängen der Soundcollage. Keine Regung ist zuviel und kein Bild dem Zufall überlassen. Alles hat Bedeutung. Symbolbeladen und erdrückend erzählen die Bilder vom Weg des Menschen von der Erde zum Himmel und wieder zurück. Der Körper der Performerin entleert sich dabei langsam und wird zu einer Hülle, einem schwebenden Wesen von einem anderen Stern, das am Schluss nur noch als Schattenbild übrigbleibt. (jw)> Übersicht